Vinted verlangt einen Ausweis: Entdecken Sie die Gründe hinter dieser Anfrage

Sie haben gerade drei Paar Sneakers auf Vinted verkauft und beim Versuch, Ihre Einnahmen auf Ihr Bankkonto zu überweisen, blockiert die Plattform alles. Eine Nachricht fordert Sie auf, eine Kopie Ihres Ausweises einzureichen. Die Überraschung ist häufig, und die Reaktion ebenso: Man zögert, ein persönliches Dokument an eine Wiederverkaufs-App zu senden.

Diese Identitätsüberprüfung ist kein Launen von Vinted. Sie ergibt sich aus bestimmten gesetzlichen Verpflichtungen, die mit der Funktionsweise des Zahlungsdienstleisters verbunden sind, der die Transaktionen verwaltet. Um gut zu verstehen warum Vinted einen Ausweis verlangt, muss man sich die europäische Finanzregulierung ansehen, nicht die Plattform selbst.

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Mangopay und die Rolle des Zahlungsdienstleisters bei der Überprüfung

Wenn man einen Artikel auf Vinted verkauft, fließt das Geld nicht direkt vom Käufer zum Verkäufer. Es geht über Mangopay, ein zugelassenes elektronisches Geldinstitut mit Sitz in Luxemburg. Mangopay verwaltet das virtuelle Wallet, in dem die Einnahmen vor einer möglichen Banküberweisung gesammelt werden.

Als Finanzinstitut unterliegt Mangopay denselben Verpflichtungen wie eine Bank in Bezug auf die Kundenidentifikation. Der technische Begriff ist KYC (Know Your Customer). Konkret ist Mangopay gesetzlich verpflichtet, die Identität eines Nutzers zu überprüfen, sobald dieser einen bestimmten Schwellenwert an kumulierten Zahlungen erreicht. Vinted leitet nur diese Anfrage weiter.

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Dieser genaue Schwellenwert wird von Vinted nicht veröffentlicht, das Unternehmen weigert sich, seine Zahlungshöchstgrenzen bekannt zu geben. Mehrere Nutzer berichten von einer Blockierung nach einigen hundert Euro an kumulierten Verkäufen, aber die Rückmeldungen variieren diesbezüglich. Sicher ist, dass die Blockierung der Gelder automatisch erfolgt, solange die Überprüfung nicht validiert ist.

Von Mangopay akzeptierte Dokumente

  • Der Personalausweis (Vorder- und Rückseite), gültig
  • Der Reisepass, Seite mit dem Lichtbild
  • Der Führerschein, Vorder- und Rückseite, je nach Land

Ein abgelaufenes oder unleserliches Dokument wird abgelehnt. Einige Nutzer berichten von wiederholten Ablehnungen aufgrund der Qualität des eingesendeten Fotos, nicht des Dokuments selbst.

Mann, der sein Smartphone benutzt, um einen Ausweis in der Vinted-App einzureichen

Anti-Geldwäsche-Richtlinie: der gesetzliche Druck hinter der Anfrage

Die Identitätsüberprüfung auf Wiederverkaufsplattformen ist nichts Neues, hat sich jedoch in den letzten Jahren deutlich verstärkt. Der Hauptgrund liegt in der Umsetzung der europäischen Anti-Geldwäsche-Richtlinie, die Dienstleister wie Mangopay unter die Pflicht zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung (LCB-FT) stellt.

In Frankreich verpflichtet das Währungs- und Finanzgesetz diese Akteure, die Identität ihrer Nutzer über ein bestimmtes Transaktionsvolumen hinaus zu überprüfen. Die seit 2023 veröffentlichten Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde zielen speziell auf C2C-Marktplätze ab, die ein Wallet, eine virtuelle IBAN oder Dienstleistungen anbieten, die mit elektronischem Geld vergleichbar sind.

Für einen Gelegenheitsverkäufer mag der Vorgang übertrieben erscheinen. Man denkt, man verkauft alte Kleidung, nicht dass man finanzielle Transaktionen durchführt. Die Regulierung macht diesen Unterschied nicht: sobald ein Vermittler Gelder aufbewahrt und überträgt, gelten die Regeln, unabhängig vom Einzelverkaufsbetrag.

Schutz personenbezogener Daten: Was mit Ihren Dokumenten passiert

Ein Foto seines Ausweises an eine App zu senden, wirft eine berechtigte Frage zum Schutz personenbezogener Daten auf. Mehrere europäische Datenschutzbehörden haben Empfehlungen veröffentlicht, die die Nutzung von Identitätsprüfungsdienstleistern regeln, insbesondere bezüglich der Technologien zur Gesichtserkennung oder OCR, die zur Analyse der Dokumente verwendet werden.

Mangopay, als zugelassenes Institut, unterliegt der DSGVO. Die übermittelten Dokumente dienen ausschließlich dem Überprüfungsverfahren und müssen gemäß den von der LCB-FT-Regulierung festgelegten Fristen aufbewahrt werden, in der Regel mehrere Jahre nach Schließung des Kontos.

Einige konkrete Vorsichtsmaßnahmen, die man im Hinterkopf behalten sollte:

  • Vinted speichert die Dokumente nicht direkt, es ist Mangopay, das sie verarbeitet
  • Das Foto des Dokuments muss über die offizielle Schnittstelle der App gesendet werden, niemals per E-Mail oder privater Nachricht
  • Jede Anfrage, die per E-Mail mit einem externen Link eingeht, ist potenziell ein Phishing-Betrug, ein Phänomen, das im Internet regelmäßig gemeldet wird

Eine echte Anfrage von einem Betrugsversuch unterscheiden

Die legitime Anfrage erscheint in der Vinted-App selbst, in Form einer Benachrichtigung, die mit dem Wallet verbunden ist. Sie erfolgt niemals über eine E-Mail, die einen Link zu einer Drittanbieter-Website enthält. Wenn man eine Nachricht erhält, die nach Bankdaten oder der Kartennummer fragt, handelt es sich um einen Betrug.

Vinted veröffentlicht im Hilfezentrum die Liste der akzeptierten Dokumente und das genaue Verfahren. Jede Anfrage, die außerhalb dieses Rahmens liegt (Kreditkartennummer, unaufgeforderte Video-Selfies, Passwort), stammt nicht von der Plattform.

Französischer Personalausweis neben einem Smartphone, das die Vinted-Kontoverifizierung anzeigt

Rechtsmittel bei Ablehnung oder längerer Blockierung der Gelder

Das frustrierendste Szenario: Man sendet seinen Ausweis, dieser wird abgelehnt, und die Gelder bleiben blockiert. Einige Nutzer berichten von wochenlangen Wartezeiten ohne klare Rückmeldung vom Support.

Nach französischem Recht kann die langfristige Blockierung von Geldern ohne ausdrücklichen Grund angefochten werden. Es gibt mehrere Ansätze. Man kann zunächst den Vinted-Support kontaktieren und ausdrücklich verlangen, dass die Akte an Mangopay weitergeleitet wird, da nur dieser das Dokument validiert oder ablehnt. Wenn die Blockierung anhält, kann man den zuständigen Verbraucherschlichter einschalten oder den Streitfall auf der europäischen Plattform für die Online-Streitbeilegung melden.

In Foren und sozialen Netzwerken zeigen die Rückmeldungen, dass die Mehrheit der Ablehnungen mit technischen Problemen (unscharfes Foto, abgeschnittenes Dokument, Spiegelung auf dem Ausweis) zusammenhängt. Das erneute Einsenden des Dokuments mit einem klaren, gut ausgerichteten Foto auf einfarbigem Hintergrund löst die meisten Fälle.

Der regulatorische Rahmen, der diese Überprüfung vorschreibt, wird nicht leichter. Mit der schrittweisen Verschärfung der europäischen Anti-Geldwäsche-Richtlinien werden Wiederverkaufsplattformen weiterhin Ausweisdokumente anfordern, wahrscheinlich bei immer niedrigeren Schwellenwerten. Man sollte sich bereits bei den ersten Verkäufen darauf vorbereiten.

Vinted verlangt einen Ausweis: Entdecken Sie die Gründe hinter dieser Anfrage